Diskussionen über Glücksspiel-Geldkarte in Australien – Illegale Wettveranstaltungen weltweit

Vergangenen Oktober brachte der Verbraucherschutzminister von New South Wales in Australien Victor Dominello den Vorschlag, eine Glücksspiel-Geldkarte einzuführen. Hintergrund war die erhoffte Bekämpfung der wachsenden Spielsucht in New South Wales und das Risiko der Geldwäsche zu vermindern.

Eine solche Karte würde dazu führen, dass alle Automaten umgerüstet werden müssten. Spieler, die keine Glücksspiel-Geldkarte besitzen, können nicht mehr Spielautomaten benutzen. Um eine Karte zu erhalten, muss man eine solche beantragen. Alle volljährigen Personen können bei der Regierung einen Antrag stellen. Es werden personenbezogene Daten wie Geburtstag, Adresse und Name auf der Karte gespeichert. Sie dient als eine Art von Identifikationsdokument und Zahlungsmittel zugleich. Wie bei einer Prepaid-Karte muss vor der Benutzung ein Geldbetrag auf die Karte eingezahlt werden. Zum Spielen und Bezahlen muss die Karte wie bei einem Bankautomaten in den Spielautomaten gesteckt werden. Spieler, die auf der Glücksspiel-Selbstausschlussliste stehen, können sich keine Glücksspiel-Geldkarte ausstellen lassen.

Gegenstimmen zur Einführung

Nun hat sich laut dem Nachrichtensender ABC News der stellvertretende Premierminister des Bundesstaates, John Barilaro, gegen eine Einführung einer solchen Karte ausgesprochen. Er begründet seine Entscheidung damit, dass er in der Umrüstung der Spielautomaten eine Zumutung für die Inhaber der Geräte in Spiel- und Gaststätten. Besonders angesichts der Corona-Krise sei es unangebracht „Pubs und Clubs mit rotem Absperrband zu strangulieren“. Spielgeräte müssten nicht nur kostenaufwendig umgerüstet werden, sondern könnten durch die neuen Sicherheitsmaßnahmen an Attraktivität für Kunden verlieren. Bei einer eventuellen Abstimmung wolle Barilaro daher gegen solch eine Einführung stimmen.

Glücksspiel-Aufsichtsbehörde für die Karte

Im Gegensatz zu dem Politiker spricht sich die Glücksspiel-Aufsicht von New South Wales – Liquor & Gaming New South Wales – für die Karte aus. In einem aktuellen Bericht der Behörde, der im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Crown Resorts steht, wird die Geldkarte als „sehr bedeutsame Maßnahme im Kampf gegen Geldwäsche“ beschrieben. Die Leiterin der Crown-Ermittlungen – Patricia Bergin – äußerte sich dazu folgendermaßen: „Der Vorschlag wurde öffentlich viel diskutiert und ist nicht gänzlich frei von Kontroversen. Allerdings […] ist es auch offensichtlich, dass [die Karte] einen wirksamen Mechanismus darstellt, um den Kampf gegen Geldwäsche zu unterstützen“.

Besonders Geldwäsche durch Glücksspiel-Automaten sei eine „Lebenslinie“ für die organisierte Kriminalität. Diese Vorhaben könnten durch die Karte deutlich erschwert werden. Die Glücksspiel-Aufsichtsbehörde werde darüber hinaus alles dafür tun, um die Pubs und Bars zu unterstützen. Schließlich werden diese als „wichtiger Stützpfeiler in den Gemeinden“ angesehen. Mit der Einführung von Glücksspiel-Geldkarten könnten also kriminelle Machenschaften im Bezug auf Glücksspiel-Automaten eingedämmt werden.

Anstieg an illegalen Wettveranstaltungen

Vielleicht könnte eine solche Karte auch für die Wettbranche eingeführt werden und illegale Machenschaften in diesem Bereich eingeschränkt werden. Denn während der Pandemie wurde ein Anstieg von illegalen Wettveranstaltungen verzeichnet. Die Sportwetten-Organisation IBIA meldete vergangenes Jahr rund 280 Fälle verteilt auf der ganzen Welt. Fälle von verdächtigen Wettveranstaltungen kamen aus Afrika, Russland, Nordamerika, Asien, USA, Tunesien, Vietnam, Südamerika und Europa. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 wurden rund 100 Fälle weniger gemeldet. Besonders im zweiten und dritten Quartal 2020 wurden viele Warnmeldungen erhalten.

Konsequenzen für Spieler und Veranstalter

Daraus folgten Konsequenzen für Spieler und Veranstalter. Ein paar Spielern wurde eine lebenslange Sperre auferlegt. Dabei mussten im Tennis die meisten Sperren vergeben werden. Eine Erklärung liegt in dem relativ geringen Verdienst. Manche Spieler sind dadurch leichter zu beeinflussen und Wettbetrug stellt für diese Gruppe einen willkommenen Nebenverdienst dar. Sowohl ein Bericht des ZDF als auch der Schweizer Tennisprofi Johan Nikles bestätigten diese Vermutungen. In der Dokumentation konnte der Fernsehsender eine Liste mit Tennis-Spielen vorzeigen, die eindeutig manipuliert worden sind.

Häufig stammen die Meldungen direkt von den Buchmachern. Ein eigenes System schlägt Alarm, sobald ungewöhnlich hohe Wetteinsätze verzeichnet werden. Eine entsprechende Meldung kann dann unverzüglich weitergegeben und verfolgt werden.

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