Deutschland: Bundesländer einigen sich bei Glücksspiel-Reform

Und plötzlich könnte doch alles ganz schnell gehen. Nachdem die Bundesländer in den letzten acht Jahren keine einheitliche Regelung für den Umgang mit dem Glücksspiel in Deutschland finden konnten, bahnt sich nun eine Reform an. Das Grundgerüst dieser Reform wurde jüngst von den Bundesländern abgesegnet. Damit ist der Weg eigentlich frei für einen geordneten Glücksspielmarkt. Und spätestens ab Sommer 2021 soll dieser auch genau so existieren.

Glücksspiel in Deutschland boomt seit Jahren

Die Deutschen lieben ihr Glücksspiel. Nicht erst in den letzten Jahren ist das Spiel in Deutschland eine beliebte Beschäftigung für die Freizeit. Allerdings gab es vor allem in der jüngeren Vergangenheit noch einmal einen echten Boom auf dem Markt. Mittlerweile ist Deutschland der größte Glücksspielmarkt Europas. Und das, obwohl bislang noch keine funktionierende Regulierung der Branche vorhanden ist. Insgesamt wird ein Umsatz von rund 13,9 Milliarden Euro durch die Lottogesellschaften, Wettanbieter und Online Casinos erwirtschaftet. Das Problem: Rund ein Fünftel dieser Summe entfällt auf den Schwarzmarkt und illegale Angebote. Nur allein die Online Casinos sollen im Jahr rund zwei Milliarden Euro einnehmen – Schätzungen zufolge. Die Dunkelziffer dürfte noch ein wenig höher sein. Und: Insbesondere die illegalen Glücksspielangebote im Internet sind in den letzten Jahre massiv gewachsen.

Es sind Zahlen wie diese, die nun offenbar auch die Bundesländer dazu bewegt haben, sich endlich über eine neue Glücksspielregulierung zu einigen. Seit Jahren brodelten Verhandlungen, jetzt folgte eine Einigung. Demnach sollen die Glücksspiele im Internet weitestgehend erlaubt werden. Damit sind nicht nur die Online Casinos gemeint, sondern auch die Angebote von Buchmachern. Erhalten bleiben soll lediglich das staatliche Monopol beim Lottospiel.

Sonderregeln sollen Sicherheit und Spielerschutz gewährleisten

Reaktionen auf die angekündigte Gesetzesnovelle gibt es bereits. So freut sich die Glücksspielindustrie natürlich, gleichzeitig sagen Befürworter, dass dieser Schritt schon vor Jahren hätte erfolgen müssen. Immerhin seien dem deutschen Staat in den letzten Jahren Steuereinnahmen in Millionenhöhe durch die Lappen gegangen. Kritiker allerdings befürchten, dass insbesondere bei jungen Menschen die Gefahr für ein problematisches Spielverhalten zunimmt. Um genau das zu vermeiden, sollen einige Sonderregeln verabschiedet werden. Künftig soll eine bundesweit agierende Behörde für die Regulierung der Branche zuständig sein. Hier werden die Anbieter nicht nur kontrolliert, sondern auch das Spielverhalten der Spieler. Jeder Spieler soll maximal 1.000 Euro pro Monat über alle Angebote hinweg verteilt einsetzen können. Gewinne allerdings sind davon nicht berührt. Gewinnt ein Spieler 10.000 Euro, könnte er diese also problemlos einsetzen.

Möchte ein Spieler mehr als die 1.000 Euro setzen, fällt eine Schranke. Überwacht werden die Zahlungen allesamt von der neuen Regulierungsbehörde. Darüber hinaus müssen die Casinos vorweisen, dass sie ein System zur Früherkennung von problematischen Spielmustern bereitstellen. Ebenso soll eine bundesweite Sperrdatei eingerichtet werden, mit der sich Spieler von den Glücksspielangeboten ausschließen können. Ebenfalls betroffen sind von Sonderregelungen die klassischen Glücksspielformen wie Roulette und Black Jack. Diese sollen weiterhin in staatlicher Hand bleiben und lediglich von Spielbanken angeboten werden dürfen. Aber: Das bisherige Trennungsgebot entfällt. Anbieter dürfen also künftig zum Beispiel sowohl Sportwetten als auch ihre Casinospiele auf einer Plattform bereitstellen.

Wird am Ende endlich alles gut?

Am 5. März soll die Glücksspielreform abschließend von den Bundesländern beschlossen werden. Damit würde eine widerspenstige Zeit enden, in der die Bundesländer bislang zu keinerlei Einigungen gekommen sind. Bereits 2012 wurde der erste Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland verabschiedet. Schon damals gab es jedoch Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass Schleswig-Holstein den Vertrag als einziges Bundesland nicht unterzeichnete. Stattdessen stellten der hohe Norden fortan eigene Lizenzen aus. Diese liefen wiederum vor einigen Monaten aus, wurden aber mit Zustimmung der anderen Bundesländer erst einmal verlängert. Die Idee: Schleswig-Holstein sollte als eine Art Testmarkt agieren, um die Begleiterscheinungen einer Legalisierung verfolgen zu können.

Offensichtlich ein Erfolg. Schleswig-Holstein erklärte schon immer, weiterhin bei einem offenen Markt für die Glücksspielunternehmen bleiben zu wollen. Diese Meinung konnte man nun offenbar auf die anderen Bundesländer übertragen. Am 19. Februar soll es noch einmal zu Gesprächen mit Branchenverbänden kommen, wobei keine großen Änderungen am Gerüst erwartet werden. In Kraft treten soll der neue Glücksspielvertrag dann am 1. Juli 2021. Und ab dann würde wohl auch eine neue Zeitrechnung im deutschen Glücksspielwesen eingeläutet werden.

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