Casino di Campione: Größtes Casino Europas muss schließen

Was für eine Nachricht! Das Casino di Campione, welches als größtes Casino Europas bekannt ist, muss seine Türen schließen. Trotz der herrlichen Lage am Luganersee und einer jahrelangen Tradition hat die Spielbank seine finanziellen Probleme nicht in den Griff bekommen. Als Folge dessen wurde ein erneuter Umstrukturierungsplan von den Behörden abgelehnt. Statt einer Zustimmung gab es per Gerichtsbescheid die Nachricht, dass das Casino seinen Dienst einstellen muss.

Erst groß investiert, dann die Pleite

Das Casino di Campione am Luganersee ist Geschichte. Das historische Casino wurde bereits im Jahre 1917, also mitten im Ersten Weltkrieg eröffnet und konnte seit dem unzählige Spieler aus zahlreichen Ländern in seinen Bann ziehen. Vor allem in der Welt der Pokerspieler war das Casino enorm beliebt und konnte in der Vergangenheit das eine oder andere große Turnier ausrichten. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss, denn per Gerichtsbescheid kam die Nachricht, dass die Spielbank ihre Türen schließen muss. Besonders bitter: Erst 2007 wurde mehr als 82 Millionen Schweizer Franken in ein neues Gebäude investiert. Ein Gebäude, das nun erst einmal ohne Bewohner dasteht.

Gekämpft hatten die Betreiber um die Spielbank bis zum Schluss. Erst am Dienstag wurde jedoch ein neuer Umstrukturierungsplan abgelehnt, was gleichbedeutend mit dem Aus des Unternehmens ist. Rund 600 Mitarbeiter verlieren damit ihren Job, immerhin handelt es sich beim Casino di Campione um das größte Casino Europas.

Vielseitige Gründe für die Schieflage

Was damals als beeindruckende Erfolgsgeschichte begann, hat sich über die Jahre hinweg immer mehr zu einem Drama entwickelt. Besonders das Jahr 2015 war für das Casino entscheidend, da hier der Euro-Mindestkurs aufgehoben wurde. So wurden Verluste von rund 132 Millionen Euro aufgehäuft, die bis heute nicht wieder eingespielt werden konnten. Schuld daran sind natürlich auch zurückgehende Besucherzahlen. Schon seit Jahren kämpfte die Spielbank mit rückläufigen Zahlen, die den Umsatz und Gewinn haben böse einbrechen lassen. Die Kosten wiederum blieben zur gleichen Zeit identisch, so dass klar war, dass dieser Weg nicht dauerhaft eingeschlagen werden könnte.

Verbinden lässt sich der Rückgang der Besucherzahlen auch damit, dass die Konkurrenz insbesondere im Internet gestiegen ist. Für die Spieler war der Besuch in der Spielbank also recht unnötig, da auch bequem vom eigenen Sofa aus gespielt werden kann. Ärgerlich in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Campione zur Schweiz gehört und hier gerade erst eine Netzsperre für ausländische Unternehmen ins Leben gerufen wurde. Das wiederum bedeutet, dass die Schweizer Spieler nur noch auf Angebote aus der Heimat zurückgreifen können. Ein paar Monate früher hätte diese Entscheidung vielleicht die Rettung für das Casino bedeutet.

Harte Zeiten für Ex-Angestellte und die Kommune

So aber müssen sich die Ex-Angestellten und die Kommune auf enorm harte Zeiten einstellen. Rund 600 Mitarbeiter verlieren ihren Job und stehen aktuell sicherlich vor einigen großen Problemen. Der Kommune ergeht es da nicht unbedingt anders. Jahrzehntelang war die Spielbank eine sichere Einnahmequelle, die künftig nun dauerhaft wegfallen wird. Dieses Geld muss entweder an anderer Stelle reingeholt werden oder aber es wird ein Sparkurs erforderlich. In beiden Fällen muss sich die Politik der Kommune vermutlich auf harte Gegenwehr einstellen.

Was genau mit dem Gebäude der Spielbank passieren soll, ist bisher noch unklar und wurde wohl auch noch nicht intensiv diskutiert. Ein neuer Betreiber mit einem eigenen Konzept scheint nicht ausgeschlossen, auch wenn zunächst noch einige Hürden genommen werden müssen. So sieht der rechtliche Rahmen vor, dass bis 2023 kein neues Casino in dem Gebäude eröffnen darf. Mindestens für weitere fünf Jahre könnte es sich also um die größte Ruine des Landes handeln. Die Suche nach einem neuen Investor wird dadurch jedenfalls nicht unbedingt leichter, zumal der Erwerb des Gebäudes nicht ganz billig sein dürfte. Man denke an die 82 Millionen Franken Investition aus dem Jahre 2007. Gleichzeitig ist der Blick auf den Luganersee ebenfalls einen satten Aufschlag wert.

Campione wird noch länger am Casino-Ende zu knabbern haben

Zusammenfassend lässt sich damit sagen, dass es für die kleine Gemeinde aktuell überhaupt nicht gut aussieht. Das Casino-Ende dürfte weitreichende Folgen haben, schließlich sind schlagartig 600 Personen mehr arbeitslos und müssen am Leben gehalten werden. Gleichzeitig fallen deren Steuergelder weg, die zu den Abgaben der Spielbank hätten addiert werden können. Es scheint ganz so, als müsse Campione den Gürtel jetzt erst einmal gehörig enger schnallen. Und dann darauf hoffen, dass mit ein wenig Glück schnell ein neuer Investor mit einem erfolgreichen Konzept gefunden wird. Nur mit dem Glück war es in Campione eben in den letzten Jahren so eine Sache.

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Bildquelle: alaniselin @ Pixabay