Casino Baden: Spielbank erhofft sich Synergien durch Poker-Freigabe

Pokerspiele dürfen im Kanton Aargau nur vom Grand Casino Baden veranstaltet werden. Der Grund hierfür liegt in einer gesetzlichen Vorgabe, welche besagt, dass die Ausrichtung derartiger Veranstaltungen nur Spielbanken mit einer entsprechenden Konzession erlaubt ist. Jetzt allerdings hat sich durch die Abstimmung des Schweizer Volkes zum Geldspielgesetz einiges geändert. Die Kantone müssen ihre Bestimmungen neu anpassen und in diesem Zuge wird nun auch darüber diskutiert, ob zumindest das kleine Pokerspiel künftig auch von Privatpersonen veranstaltet werden darf.

Kantone regeln das Spiel in der Schweiz individuell

Bis zum 10. Juni war der Umgang mit dem Pokerspiel, bzw. den sogenannten Groß- und Kleinspielen fest geregelt: Außer in den konzessionierten Spielbanken durften diese Glücksspiele an keinem weiteren Ort angeboten werden. Dann allerdings stimmte das Schweizer Volk an eben jenem Tag für das neue Geldspielgesetz. Dadurch änderte sich nicht nur eine Menge für die ausländischen Anbieter auf dem Schweizer Markt, sondern eben auch für die einzelnen Kantone. Wurde bis dato sämtlicher Umgang mit dem Glücksspiel landesweit geregelt, obliegt dieser nun jedem einzelnen Kanton.

Somit kann jeder Kanton auch selbst bestimmen, ob er Tombolas, Lotterien, Lotto oder eben auch Pokerspiele erlauben oder verbieten möchte. Wie der Regierungsrat ankündigte, strebe man an, das Pokerspiel auch außerhalb der Casinos zu erlauben. Das würde bedeuten, dass zumindest in einem gewissen Rahmen auf privater Eben Pokerspiele angeboten werden dürften. Nichts ändern wird sich wiederum daran, dass große Pokeranbieter aus dem Ausland weiterhin vom Markt in der Schweiz ausgeschlossen werden.

Anhörung wird rund drei Monate dauern

Bevor im Aargau allerdings eine Entscheidung getroffen werden kann, muss erst einmal die öffentliche Anhörung durchgeführt werden, welche sich über einen Zeitraum von rund drei Monaten ziehen dürfte. Befragt werden dabei zahlreiche Stellen und Personen, unter anderem auch das Grand Casino, bzw. die Stadtcasino Baden AG, der Inhaber des Grand Casinos Baden. Anzunehmen gewesen wäre, dass sich das Casino gegen die geplanten Schritte wehrt, immerhin könnten auf diesem Wege Spieler verloren gehen. Allerdings erklärte Casino-Chef Detlef Brose laut „Badener Tageblatt“, dass im Rahmen der Gesetzesentwicklung auch das Casino dafür sein, die Pokerturniere in einem kleinen Rahmen auch privat zu veranstalten. Zwar sei man nicht zu 100 Prozent zufrieden mit dem neuen Gesetz, dennoch werde man die Entscheidung der Politik akzeptieren und wolle sich nicht gegen diese stemmen.

Ein Grund für diese Entscheidung dürfte sein, dass sich das Casino nicht aufgrund des relativ geringen Spielertrags des Pokerspiels mit der Politik überwerfen möchte. So erklärt Brose: „Mit dem Pokerspiel erzielen wir nur rund eine Million Franken Bruttospielertrag bei einem gesamten Ertrag von rund 66 Millionen Franken.“ Dennoch macht der Casino-Chef deutlich, dass das Pokerangebot für die Spielbank ein wichtiger Bestandteil sei. Seine Hoffnung: Es könnten sich Synergien aus dem Angebot der Spielbank und den privaten Pokerturnieren im kleineren Rahmen ergeben. So hofft der Casino-Chef darauf, dass die kleineren Turniere mit geringen Einsätzen wieder mehr Menschen an den Pokertisch bringen, die dann im besten Fall auch irgendwann im Casino Baden Platz nehmen.

Planungen noch nicht lückenlos

Trotz aller optimistischen Töne sieht der Casino-Chef auch noch Anlass zur Kritik an den neuen Bestimmungen. So sei der Spielerschutz nicht mehr unbedingt gewährleistet. Spieler, die in Casinos gesperrt worden seien, könnten an den privaten Pokerrunden schließlich noch immer teilnehmen. Zusätzlich sieht Brose eine gewisse Gefahr darin, dass neben dem erlaubten Pokerspiel dann auch illegale Glücksspiele angeboten werden können. Ebenfalls unglücklich ist in den Augen des Geschäftsmannes zudem, dass die Veranstalter keine Abgaben zahlen oder Sicherheitsbestimmungen einhalten müssen. Geplant ist allerdings, dass jeder Veranstalter für sein Turnier zuerst eine Bewilligung einholen muss – und die kostet. Wie viel genau, ist bisher noch nicht bekannt.

Doch wann genau gelten die Pokerspiele eigentlich als klein? Laut Gesetz ist dies dann der Fall, wenn das Startgeld für die Spieler bei maximal 200 Franken liegt. Darüber hinaus dürfen in diesem Fall nicht mehr als 100 Spieler am Turnier teilnehmen, bzw. das Startgeld aller Spieler darf die Summe von 20.000 Franken niemals überschreiten. Für die Spieler der Schweiz bleibt zu hoffen, dass nun endlich eine dauerhafte Lösung gefunden werden kann. Immerhin ist die Debatte um die Pokerspieler schon lange ein Thema. 2009 erklärte das Bundesverwaltungsgericht zum Beispiel, dass Poker überwiegend ein Geschicklichkeitsspiel sei. Folglich eröffneten zahlreiche Pokerlounges im Land. Allerdings nur kurz, denn 2010 wurde das Urteil wieder aufgehoben und das Pokerspiel ausschließlich den Casinos gestattet – bis jetzt?

Du möchtest online spielen? Dann besuche jetzt das SCasino, Mr Green Casino oder Casumo Casino!

Bildquelle: katjasv @ Pixabay