Casino App: Behörden nehmen Coin Master unter die Lupe

Die Werbung für die App Coin Master dürfte vielen Menschen bekannt sein. Immerhin handelt es sich um eine recht prominente App, für die zum Beispiel Größen wie Dieter Bohlen oder Daniela Katzenberger werben. Insbesondere auf den Smartphones und Tablets vieler Kinder und Jugendlicher ist die App zu finden. Genau das ist ein Problem. Schließlich handelt es sich beim Spiel um eine virtuelle Version eines Spielautomaten – und hierin sieht die Landesmedienanstalt NRW eine besondere Gefahr für die jungen Menschen.

Beliebte App im Fokus der Behörden

Die bei Kindern und Jugendlichen beliebte App Coin Master steht derzeit im Fokus der Landesmedienanstalt NRW. Wie der „Spiegel“ berichtet, möchte die Behörde die App überprüfen lassen. Das System der App orientiert sich an klassischen Spielautomaten. Zwar können die Spieler keine echten Geldgewinne erzielen, dennoch wird das Glücksspiel hier zumindest simuliert. Jugendschützer sehen in der App daher eine große Gefahr für den Nachwuchs und bezeichnen diese als eine Art „Einstiegsdroge“ für das Glücksspiel. Dennoch gibt es auch prominente Unterstützer von Coin Master: Unter anderem Daniela Katzenberger oder Dieter Bohlen werben für da Spiel.

Kurios ist allerdings, dass sich die Überprüfung der Landesmedienanstalt offenbar nicht auf den Inhalt der App konzentriert, sondern viel mehr auf die Werbung für Coin Master. So soll die Kommission für Jugendmedienschutz prüfen, ob möglicherweise ein Verstoß gegen die Wettbewerbsbedingungen vorliegt. Wie ein Sprecher der Landesmedienanstalt in Düsseldorf erklärte, dürfe sich die Werbung nicht direkt an Kinder richten. Genau das solle nun geprüft werden. Kriterien sind hier unter anderem das Drängen zu In-App-Käufen oder mögliche Kosten für den Download der App. Gleichzeitig soll in NRW geprüft werden, wie die Werbung gestaltet ist und zu welchen Zeiten diese ausgestrahlt wird. Diese Ergebnisse geben dann den Aufschluss darüber, ob mögliche Schritte gegen die App und den Entwickle eingeleitet werden.

Virtuelles Glücksspiel auch ohne Echtgeld-Einsatz beliebt

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das virtuelle Glücksspiel auch ohne den Einsatz von echtem Geld bei Spielern als enorm beliebt bezeichnet werden kann. Genau hieran stören sich die Jugendschützer offenbar. Unterstrichen wird diese Sorge durch eine noch nicht veröffentliche Studie der Universität Hamburg. Diese verdeutlicht laut dem „Spiegel“, dass virtuelle Spielgeld-Casinos durchaus das Potenzial mit sich bringen, Spieler zum echten Glücksspiel zu locken. So gaben rund 54 Prozent der 5.000 befragten Spieler angegeben, dass sie auch um virtuelles Geld spielen würden. Besonders gefährdet sind demnach die Kinder und Jugendlichen.

Tatsächlich kann zumindest das Glücksspielgesetz in dieser Hinsicht als etwas lückenhaft bezeichnet werden. Dies greift natürlich nur dann, wenn es sich um einen Echtgeld-Einsatz für das Spiel handelt. Da dies aber nicht der Fall ist, greift die Gesetzgebung natürlich nicht. Bedeutet: Derartige Spiele dürfen, trotz ihrer deutlichen Nähe zum echten Glücksspiel, nahezu ohne Altersbeschränkungen angeboten werden. Dennoch wird mit Belohnungen und anderen Reizen im Spiel gearbeitet, was das Suchtverlangen in den Augen vieler Experten zusätzlich steigern kann.

 

Diskussionen über Glücksspiel-Gefahren durch Videospiele

Die Videospiele für Kinder und Jugendliche stehen aktuell ohnehin wieder einmal im Fokus der Diskussionen. Bereits vor einigen Monaten gab es diese Diskussion in der Politik, denn viele Videospiele nutzen mittlerweile die sogenannten Lootboxen als zusätzliches Element. Bei diesen Lootboxen handelt es sich um Kisten oder Pakete, die für echtes Geld im Spiel erworben werden können. Für die Spieler sind die Lootboxen nach dem Öffnen im besten Fall mit einem wertvollen Item verbunden. Im Falle des Online-Knallers „Fortnite“ handelt e sich hierbei zum Beispiel um ein besonderes Skin für den eigenen Charakter im Spiel. Bei der Fußball-Simulation FIFA 19 wiederum werden mit den Lootboxen Spieler eingekauft – im besten Fall natürlich einer der Superstars. Derzeit sorgt besonders der online-Titel „GTA 5“ für Gesprächsstoff, denn hier wurde mit dem Diamond Casino sogar ein ganzes Casino für das virtuelle Spiel ins Leben gerufen.

Das Problem an der Sache ist auch hier, dass viele Jugendschützer und Behörden Elemente des Glücksspiels in den Lootboxen sehen. Gepaart mit den Freigaben ohne eine gewisse Altersbeschränkung führen diese in den Augen viele Experten dazu, dass die Jugendlichen zu früh mit diesem Thema in Berührung kommen. Einige europäische Behörden, wie etwa in Belgien, haben den Einsatz der Lootboxen in den Video-Games deshalb für unzulässig erklärt. In Deutschland wiederum fallen die Lootboxen bisher noch nicht unter das Glücksspiel.

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