Britische Forscher: Glücksspiel-Apps für Problemspieler gefährlich

Der eine oder andere Spieler wird möglicherweise mitbekommen haben, dass in Großbritannien zuletzt eine Beschränkung für die maximalen Einsätze an den sogenannten Fixed Odds Betting Terminals festgelegt wurde, welche ab April 2019 greifen soll. Als Grund hierfür wird vor allem die erhöhte Suchtgefahr genannt, die offenbar von den verlockenden Automaten ausgeht. Allerdings sind Forscher verschiedener Universitäten jetzt zu dem Entschluss gekommen, dass von mobilen Spielangeboten eine höhere Gefahr ausgeht – speziell für die sogenannten Problemspieler. Werden die Casino Apps in Großbritannien also möglicherweise bald verboten?

Bericht dürfte jetzt mehr Beachtung erlangen

Bereits im Jahre 2016 beschäftigten sich die Suchtforscher Professor Richard Tunney, Richard James und Professor Claire O’ Malley mit den Auswirkungen der mobilen Spielmöglichkeiten auf die britischen Bürger. Damals standen allerdings die Social-Games im Fokus und die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Spieler von Social-Games durch die In-App-Käufe in den Spielen auch schneller dazu neigen würden, ihre Gelder bei Glücksspielanbietern zu platzieren. Durchaus eine gewagte These, der damals zumindest von der britischen Gambling Commission keine größere Beachtung geschenkt wurde. Ob das allerdings auch in diesem Fall so sein wird, ist noch offen. Denn erneut hat sich eine Gruppe Wissenschaftler um die drei Suchtforscher mit den mobilen Spielangeboten beschäftigt. Jetzt allerdings mit dem Fokus auf das Glücksspiel.

Und das Ergebnis der Arbeit ist durchaus überraschend. So erklärten die Forscher, dass insbesondere Problemspieler durch die mobilen Spielmöglichkeiten noch stärker in ein Suchtverhalten abrutschen könnten. Der Grund hierfür sei vor allem die Tatsache, dass das Spiel nur einen Klick weit entfernt sei und zu jeder Tageszeit und an jedem Ort gespielt werden könne. Gleichzeitig betrachten die Wissenschaftler als kritisch, dass die Nutzung der Apps oftmals mit Push-Benachrichtigungen oder E-Mails verbunden ist, mit denen die Spieler laut des Berichtes dazu animiert werden, noch mehr Einsätze zu platzieren.

Gefährlicher als Fixed Odds Betting Terminals?

Verglichen werden die mobilen Auswirkungen der Forscher im Bericht mit den Fixed Odds Betting Terminals (FOBTs), die in Großbritannien bereits seit längerer Zeit in der Kritik stehen. Die Automaten stehen zum Beispiel in Wettbüros und ermöglichen den Spielern neben der Abgabe von Sportwetten auch die Teilnahme an verschiedenen Glücksspielen. Die britische Gambling Commission ist der Meinung, dass die Geräte, die vor allem in sozial schwachen Gegenden des Landes zu finden sind, eine erhöhte Gefahr für ein Suchtverhalten mit sich bringen und die Spieler aufgrund der hohen Maximaleinsätze von bis zu 100 Pfund pro Runde in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnte. Aus diesem Grund sollen die Einsätze an den FOBTs am April 2019 auf nur noch zwei Pfund pro Runde begrenzt werden.

Die Forscher allerdings sind der Meinung, dass Großbritannien in dieser Hinsicht von der Digitalisierung längst überholt worden sei und die Regierung bzw. Glücksspielbehörde die mobilen Glücksspiel-Apps zu wenig beachtet habe. Im Detail heißt es in dem Bericht: „Politiker haben hart gegen die Fixed Odds Betting Terminals gekämpft, weil sie in der Öffentlichkeit mit Problemspielern in Verbindung gebracht werden. Tatsächlich sind wir jedoch von der Technologie überholt worden, weil Menschen jetzt jederzeit und von überall aus auf ihren Smartphones spielen können. Für Menschen mit Suchtproblemen ist das Suchtventil nur noch einen Klick weit entfernt.

Interessensverbände und Politiker fordern härtere Kontrolle

Für Reaktionen hat der Bericht der Wissenschaftler bereits gesorgt und so fordern zahlreiche Interessensverbände und Politiker, dass die mobilen Spielangebote künftig stärker überwacht und kontrolliert werden. Wie genau dies geschehen soll, ist allerdings unklar. In der Praxis dürfte sich zum Beispiel ein Verbot nur schwer umsetzen lassen. Die Behörden müssten hierfür mit Unternehmen wie Apple zusammenarbeiten und diese dazu drängen, die Glücksspiel Apps nicht mehr zum Download zur Verfügung zu stellen. Dass sich ein solches Verbot aber auch einfach umgehen lässt, zeigen viele Anbieter mit ihren Android Apps. Diese dürfen nämlich nicht über den App-Store von Google angeboten werden, lassen sich dafür aber über externe und eigene Quellen der Casinos bequem herunterladen. Genau das dürfte bei einem Verbot auch in Großbritannien großflächig der Fall sein.

Weitaus wahrscheinlicher ist, dass die Anbieter künftig Beschränkungen für das mobile Spiel in Kauf nehmen müssen. Das bedeutet dann zum Beispiel, dass keine besonderen Mobil-Boni vergeben werden dürfen oder E-Mails, bzw. Push-Benachrichtigungen verschickt werden dürfen. Bislang allerdings hat die britische Gambling Commission auf den Bericht der Suchtforscher noch nicht reagiert. Ob sie dies jemals tun wird, ist angesichts des letzten Berichtes aus dem Jahr 2016 auch zumindest noch sehr offen.

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