Betsson mit Einspruch erfolgreich – Millionenstrafe aufgehoben

Rund ein Jahr, nachdem der schwedische Glücksspielkonzern Betsson von der Glücksspielaufsicht Spelinspektionen mit einer Strafe in Höhe von 20 Millionen Schwedischen Kronen, umgerechnet rund 1,96 Millionen Euro, belegt worden ist, hat das Verwaltungsgericht Linköping die Sanktionen einkassiert.

Spelinspektionen beanstandet Gutschein-Verkäufe und Bonuskarte

Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, wurde die Strafe gegen Betsson zu Beginn der Woche aufgehoben und dem Einspruch des Glücksspielkonzerns stattgegeben. Am 8. Juni 2020 hatte die Aufsicht Spelinspektionen Verstöße von Betsson insbesondere in Zusammenhang mit Bonus-Angeboten mit einer Strafe belegt. Konkret wurde Betsson zur Last gelegt, Gutscheine für Online-Glücksspiel in den Handelsketten Pressbyrån und 7-Eleven verkauft zu haben. Dieser Vertriebsweg allerdings sei laut der Spelinspektionen rechtswidrig, da Glücksspielprodukte jeglicher Art inklusive Gutscheinen nur von registrierten Glücksspielvermittlern bezogen werden dürfen. Die auf diese Weise erzielten Gewinne waren indes nur ein Punkt, der beanstandet wurde.

Darüber hinaus wurde Betsson auch vorgeworfen, Kunden über eine “Betsson Mastercard“ verschiedene Boni und Vergünstigungen gewährt zu haben, was gemäß des strengen, im Jahr 2018 nochmals verschärften schwedischen Glücksspielgesetzes nicht erlaubt ist. Wie streng man in Schweden mit dem Thema Glücksspiel und insbesondere der Anwerbung von Kunden umgeht, zeigt ein Blick auf einen im Juli 2020 auf 100 Schwedische Kronen, umgerechnet knapp zehn Euro, limitierten Willkommensbonus. Darüber hinaus sind regelmäßige Bonus-Angebote und auch Sonderboni generell nicht zugelassen.

Verwaltungsgericht widerspricht der Glücksspielaufsicht

Das Verwaltungsgericht Linköping gab nun aber dem Einspruch Betsson statt und begründete diese Entscheidung damit, dass die von Seiten der Spelinspektionen gemachten Vorwürfe ungerechtfertigt seien. Konkret habe aus Sicht des Verwaltungsgerichts der Verkauf von Gutscheinen nicht gegen die geltenden Gesetze verstoßen, da es sich bei einem Gutschein an sich nicht um ein tatsächliches Glücksspielprodukt handle.

Darüber hinaus sei es auch nicht belegbar, dass Betsson mit dem Verkauf der Gutscheine zusätzliche Einnahmen erzielt habe, die ungerechtfertigt gewesen seien. Und hinsichtlich der “Betsson Mastercard“ urteilte das Gericht, dass es sich dabei nicht um einem Bonus im klassischen Sinne gehandelt habe.

Betsson war damit mit seiner Berufung in vollem Umfang erfolgreich, darf sich aber aktuell noch nicht zu früh freuen. Denn die Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hat die Möglichkeit, in Revision zu gehen und die Angelegenheit nochmals prüfen zu lassen. Ob es zu diesem Schritt kommt, ist bisher allerdings noch unklar.

Strafe gegen Spooniker AB halbiert

Dass Einsprüche gegen Sanktionen der Spelinspektionen durchaus Erfolg haben können, hat die Vergangenheit schon einige Male gezeigt. So etwa wurde ebenfalls vom Verwaltungsgericht Linköping im vergangenen Sommer eine Strafe für die Bethard Group Limited, die unerlaubte Wetten auf Sportevents mit Beteiligung Minderjähriger angeboten hatte, von 2,5 Millionen SEK (ca. 240.000 Euro) auf nur noch 400.000 SEK (ca. 38.000 Euro) deutlich reduziert.

Immer hat ein Vorgehen gegen entsprechende Strafen aber keinen Erfolg, zumindest nicht in vollem Umfang. So bestätigte das Verwaltungsgericht Linköping kürzlich Verstöße des Glücksspielkonzerns Spooniker AB in Form von nicht erlaubten Boni und unzulässigen Lotteriespielen. Allerdings kam das Gericht zu dem Schluss, dass die verhängte Strafe in Höhe von 100 Mio. Schwedischen Kronen, rund 9,8 Mio. Euro, überzogen war. Stattdessen muss Spooniker AB nun nur die Hälfte dieser Strafe begleichen, was freilich noch immer stattlich ist und auch abschreckende Wirkung haben dürfte.

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