bet365: Casino-Rückzug aus Deutschland

Jahrelang war der britische Glücksspielriese bet365 mit seinem Sportwetten-Angebot und dem Casino-Portfolio auf dem deutschen Markt aktiv. Obwohl der Konzern hierzulande in allen Produktbereichen hervorragende Erfolge feiern konnte, werden sich die Briten mit ihrem Spiele-Portfolio aus der Bundesrepublik zurückziehen. Doch was genau sind die Gründe dafür? Und ab wann ist das Angebot nicht mehr erreichbar?

Spieleprodukte ab 30. Dezember nicht mehr verfügbar

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der britische Glücksspielanbieter bet365 noch einmal für echte Aufruhr gesorgt. Der traditionsreiche Anbieter aus dem britischen Stoke-on-Trent kündigt an, seine Spieleprodukte in Deutschland ab dem 30. Dezember 2019 nicht mehr zur Verfügung stellen zu wollen. Eine entsprechende Mitteilung haben die Briten an ihre Kunden verschickt. Konkret heißt es in dieser: „Wir nehmen Kontakt mit Ihnen auf, um Sie darüber zu informieren, dass wir unsere Spieleprodukte ab der Woche de 30. Dezember 2019 nicht länger in Ihrem Land anbieten werden.“

Gründe für den Rückzug nennt bet365 in dem Schreiben an die Kunden nicht. Mitgeteilt wird dafür aber der weitere Verlauf bzw. Umgang mit den Geldern der Kunden. Im Schreiben teilt bet365 mit: „Bevor diese Produkte entfernt werden, werden wir jegliche aktiven Angebote schließen und alle relevanten Gelder an Ihr auszahlbares Guthaben transferieren. Nach Möglichkeit wird dies zur Nutzung oder Auszahlung nach Ihrem alleinigen Ermessen zur Verfügung stehen.“ Zusätzlich weisen die Briten darauf hin, dass sich die Kunden jederzeit an den Support wenden können, sollten Fragen oder Unklarheiten auftreten.

Was sind die Gründe für den Rückzug?

Wie es scheint, ist vom Rückzug der Briten ausschließlich das Spiele-Portfolio betroffen. Die Sportwetten, das eigentliche Zugpferd, werden wohl auch weiterhin zur Verfügung gestellt. Obwohl bet365 keinerlei Gründe für den Rückzug nennt, dürften diese mit einer Ankündigung des Regierungspräsidiums in Darmstadt zu tun haben. Dieses teilte jüngst mit, dass sich Online-Glücksspielanbieter für ein Produkt im Angebot entscheiden müssen, wenn sie eine Lizenz für den deutschen Markt in der Zukunft erhalten wollen. Wer also künftig Sportwetten mit einer deutschen Lizenz anbieten möchte, benötigt hierfür eine entsprechende Lizenz. Und die gibt es nur, wenn die Sportwetten das einzige Produkt im Angebot des Unternehmens sind.

Rund um die Entscheidung des Regierungspräsidiums gab es in den letzten Wochen eine Menge Diskussionsstoff. Grundlage hierfür ist vor allem die fragwürdige Rechtslage in der Bundesrepublik. Erst ab 2021 sollen die Unternehmen legal ihre Sportwetten und Casinospiele online zur Verfügung stellen dürfen. Zahlreiche Rechtsexperten empfahlen den Glücksspielunternehmen deshalb, sich erst einmal nicht für eine Lizenz in Deutschland zu bewerben – eben gerade deshalb, um Spieleprodukte nicht aus dem Angebot nehmen zu müssen. Beim britischen Anbieter bet365 hat man sich offenbar trotzdem für einen anderen Weg entschieden.

Bald keine Online-Spiele mehr in Deutschland?

Betroffen ist von der Ankündigung aus Darmstadt natürlich nicht nur der britische Anbieter bet365, sondern die gesamte Glücksspielbranche in Deutschland. In den kommenden Tagen dürften daher weitere Unternehmen dem Weg von bet365 folgen. Wie schon erwähnt, liegt die Grundlage hierfür in der Rechtssituation in Deutschland. Ein regulierter Markt für die Online-Glücksspielangebote ist noch immer nicht vorhanden, soll aber spätestens ab 2021 ins Leben gerufen werden. Wer mit dabei sein möchte, benötigt dann eine Lizenz für den deutschen Markt. Um eben jene Lizenz sicher erhalten zu können, werden vermutlich noch andere Unternehmen ihre Spieleprodukte vom deutschen Markt entfernen. Allerdings: Dieser Abschied dürfte dann vermutlich nur für eine begrenzte Zeit sein. Ab dem Tag, ab dem Klarheit über die Regulierung herrscht, dürften auch die Spieleprodukte wieder zurückkehren. Ob möglicherweise dann über Konzerntöchter oder doch das eigene Angebot, wird vermutlich die kommende Gestaltung der Gesetze zeigen.

Schon jetzt entspannt die Action bei den Online-Glücksspielanbietern in Anspruch nehmen, ist für Spieler aus dem Bundesland Schleswig-Holstein möglich. Diese profitieren im bundesweiten Verglich von einer besonders lockeren Regelung im Umgang mit der Glücksspielgesetzgebung. Im hohen Norden wurden bereits vor vielen Jahren Lizenzen für Online Casinos ausgestellt. Diese wurden zuletzt auch noch einmal verlängert, so dass die Spieler hier problemlos auf unzählige Angebote zurückgreifen können. Bis 2021 soll Schleswig-Holstein als Testmarkt für den Rest der Republik dienen. Gestaltet sich die aktuelle Phase mit laufenden Lizenzen also als Erfolg, dürfte dies der Branche den Weg zur bundesweiten Regulierung deutlich erleichtern.

Das ist bet365

bet365 ist ein britischer Glücksspielanbieter, der im Jahre 2000 gegründet wurde. Gründerin ist die Britin Denise Coates, welche die Webseite „bet365.com“ im Jahre 2000 erwarb und hier ein Online-Glücksspielangebot ins Leben rief. Mit großem Erfolg. Mittlerweile ist das Unternehmen aus der Arbeiterstadt Stoke-on-Trent einer der größten Glücksspielkonzerne der Welt. Mehr als 19 Millionen Kunden sind registriert, weltweit gehört die Homepage zu den 200 am meisten besuchten Webseiten der Welt. Denise Coates verdiente durch die Aktivitäten von bet365 in den letzten Jahren ein Milliardenvermögen und geriet dadurch erst jüngst in ihrer Heimat in die Schlagzeilen. 2018 verdiente sie ein Gehalt von mehr als 320 Millionen Pfund, umgerechnet über 380 Millionen Euro. Damit ist Coates die am besten bezahlte Firmenchefin in Großbritannien und kassierte 2018 rund 1,2 Millionen Euro pro Arbeitstag.

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