Barcelona: Keine Spielhallen-Neueröffnungen mehr?

In Spanien gehören die Spielhallen und Spielotheken ebenso wie in vielen anderen europäischen Ländern fest zum Stadtbild der Metropolen. Offenbar genug davon hat man jetzt aber in Barcelona. Hier präsentierte der Stadtrat in der vergangenen Woche einen neuen Gesetzesentwurf, welcher vorsieht, dass keine neuen Wettbüros und Spielhallen mehr in der Stadt eröffnen dürfen. Eine drastische Maßnahme, die von den Politikern der Metropole allerdings verteidigt wird.

Barcelona als Beispiel für ganz Spanien?

Der Stadtrat von Barcelona hat in den letzten Tagen ein neues Gesetzesprojekt auf den Weg gebracht. Aufhorchen lässt dieses vor allem die Glücksspielbranche in der spanischen Stadt. Künftig, so sieht es das Gesetz vor, soll es keine Neueröffnungen mehr von Spielhallen oder Wettbüros in der Stadt geben. Der Stadtrat gab an, dass man auf diesem Wege die Regierung „wachrütteln“ wolle, um ihr zu zeigen, dass man energisch gegen das landbasierte Glücksspiel vorgehen müsse. Die spanische Metropole ist derzeit die einzige Region in Spanien, in der das neue Gesetz auf den Weg gebracht werden soll. Barcelona erhofft sich hierdurch eine Art Vorreiter-Rolle und darauf, dass noch weitere Städte und Regionen diesen Weg einschlagen.

Möglich ist diese Eigeninitiative überhaupt nur, weil das Glücksspiel in Spanien von den Regionen des Landes selbst geregelt werden kann. Grundsätzlich ist das Glücksspiel in Spanien legal, zumindest in seinen meisten Formen. Online Glücksspiele und die Nationallotterie werden über den Staat reguliert, die Regionen können also das landbasierte Glückspiel individuell behandeln.

Regional horrende Unterschiede

Gerade weil hier alle 17 Regionen des Landes auf eigene Faust wirtschaften können, gibt es innerhalb von Spanien natürlich gewaltige Unterschiede hinsichtlich möglicher Mindestabstände oder der Dichte von Spielhallen. Immer gemeinsam haben die Regionen allerdings in der Regel, dass die Anzahl der Spielhallen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Um diesem Problem Herr werden zu können, wurde in Barcelona jetzt also das neue Gesetz auf den Weg gebracht. Generell sieht dieses eine Minderung der Spielmöglichkeiten in der katalanischen Hauptstadt vor. Sollte also eine lizenzierte und vorhandene Spielstätte schließen, wird dieser Platz nicht wieder vergeben. Auf diese Art und Weise erhofft man sich, die Anzahl der derzeit rund 35 Spielhallen in der Stadt stetig reduzieren zu können. Ebenfalls betroffen sind zudem einzelne Automaten, die zum Beispiel an öffentlichen Plätzen zu finden sind.

Damit aber nicht genug. Im Kampf gegen eine mögliche Glücksspielsucht haben die Politiker aus Barcelona offenbar noch mehr vor. So soll auch die Werbung für das Online-Glücksspiel künftig stark eingedämmt werden. Im öffentlichen Transportwesen etwa soll die Werbung für Glücksspielangebote dann komplett verboten sein. Wie die Behörden mitteilten, wolle man zudem die Aufklärung und Beratung intensivieren und so zum Beispiel Schüler bzw. Heranwachsende auf die Gefahren des Glücksspiels hinweisen. Ebenfalls unterstützt werden sollen zudem Unternehmen, die sich mit der Blockade von illegalen Glücksspiel-Angeboten im Netz beschäftigen.

Landbasiertes Glücksspiel zu wenig reguliert

Bei Kritikern genießt das landbasierte Glücksspiel in Spanien den Ruf, deutlich zu lasch kontrolliert zu werden. So bemängeln viele Kritiker, dass die stationäre Branche deutlich weniger reguliert werde als die Online Casinos. So müsse man sich online aufwendig verifizieren, während dies in einer Spielhalle nicht der Fall sei. Allerdings scheinen sich die Spieler des Landes dennoch unter Kontrolle zu haben – zumindest, wenn sie unter 18 Jahren sind. So ergab jüngst eine groß angelegte Razzia kaum nennenswerte Aufgriffe von Minderjährigen. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass vor allem die regionalen Unterschiede zu Missverständnissen und Problemen führen. In Madrid etwa darf eine Spielhalle nicht im Umkreis von 100 Metern zu einer anderen Spielhalle eröffnen. In anderen Städten ist der Mindestabstand teilweise sieben Mal so hoch.

Allerdings: Während in den meisten anderen Regionen dafür bedenkenlos für das Glücksspiel geworben werden darf, ist dies in Madrid über die regionalen Medien strikt verboten. Auch hier gibt es jedoch kritische Stimmen. Diese stammen vor allem von Suchtexperten, welche bemängeln, dass mit einem Verbot keine Erfolge verbucht werden könnten. Stattdessen würde man die Spieler auf diese Weise nur stärker in die Arme des illegalen Schwarzmarktes treiben. Sinnvoller halten die Suchtexperten daher den Ansatz der Aufklärung. Es wird sich also in den kommenden Jahren zeigen müssen, ob der Ansatz aus Barcelona wirklich als Erfolg verbucht werden kann.

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