888 Holdings: Jahresabschluss mit Umzug nach Malta

Vor wenigen Tagen hat der bekannte Glücksspielkonzern der 888 Holdings seinen Jahresabschluss bekannt gegeben. Neben einigen beeindruckenden und interessanten Zahlen sorgt vor allem für hellhörige Ohren, dass der Konzern das operative Geschäft von Gibraltar nach Malta verlagert. Der Grund hierfür liegt in der unsicheren Ausgangslage rund um den Brexit.

Jahresabschluss schindet Eindruck

Nach und nach rücken die Glücksspielunternehmen in diesen Wochen mit ihren Jahresabschlüssen für das vergangene Jahr 2018 heraus. Jetzt hat auch die 888 Holdings (Betreiber des 888 Casinos) ihre Zahlen bekannt gegeben und konnte mit diesen durchaus Eindruck schinden. Weniger erfreulich ist auf den ersten Blick die Tatsache, dass der Umsatz im Vergleich zu 2017 um zwei Prozent zurückgegangen ist und 2018 bei 529,9 Millionen Euro lag. Allerdings gibt es in diesem Atemzug gleich Positives zu vermelden, denn der Gewinn des Konzerns kletterte vor Steuerabzug um ganze elf Prozent nach oben und landete bei 86,7 Millionen Euro. Dementsprechend zufrieden gab sich Geschäftsführer Itai Pazner im Rahmen der Veröffentlichung: „Trotz der Schwierigkeiten in einigen Geschäftsbereichen war die finanzielle Leistung stabil und wir konnten ein Rekord-EBITDA erzielen. Die Gruppe erreichte in verschiedenen geregelten Märkten, vorrangig in Kontinentaleuropa ein kontinuierliches Wachstum, das von einer guten Dynamik im Bereich der Casinos und Sport gestützt wurde.“

Damit trifft Pazner den Nagel auf den Kopf, denn insbesondere die Sportwetten-Branche und der Casino-Sektor haben der 888 Holdings im vergangenen Jahr Grund zur Freude geliefert. So konnte das Sportwetten-Segment seinen Umsatz von 75,5 Millionen US-Dollar in 2017 auf ganze 80,3 Millionen US-Dollar in 2018 steigern. Ein Umsatzplus von starken sechs Prozent. Noch stärker zugelegt haben die angesprochenen Casinospiele des Anbieters. Hier konnte der Umsatz um acht Prozent angehoben werden und wuchs im Vergleich von 293,9 Millionen US-Dollar in 2017 auf 317,6 Millionen US-Dollar in 2018 an. Es läuft allerdings nicht überall so rund. Beim Bingo und beim Poker gaben die Zahlen nach. Im Bingo musste der Konzern einen Umsatzrückgang von 17 Prozent auf 32,4 Millionen US-Dollar in Kauf nehmen, beim Poker fiel der Rückgang mit 37 Prozent auf 49 Millionen US-Dollar noch deutlich größer aus.

Fokus geht wohl auf andere Märkte

Bislang kann als Kernmarkt des Unternehmens der britische Glücksspielmarkt bezeichnet werden. Das allerdings könnte sich möglicherweise schon bald ändern. Wie die 888 Holdings im Rahmen der Jahresabschluss-Veröffentlichung bekanntgab, möchte man aufgrund der unsicheren Ausgangslage rund um den Brexit noch weitere Vorkehrungen treffen. Beworben hat sich die Konzerngruppe für eine Lizenz der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde, mit der auch in Zukunft das Angebot für den europäischen Markt sichergestellt werden soll. Bislang operierte 888 mit einer Lizenz aus Gibraltar, wobei die Lage der britischen Enklave aufgrund des Brexits noch vollkommen unklar ist. Auch der britische Glücksspielriese bet365 hat deshalb schon Konsequenzen gezogen und den operativen Hauptsitz nach Malta verlagert. Genau das Gleiche hat die 888 Holdings getan, die offenbar auch schon eine Lizenz der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde besitzt.

Wie der Konzern mitteilte, wolle man auf diese Art und Weise den Marktzugang sichern, gleichzeitig stelle man sich aber ohnehin in vielen Bereichen neu auf und habe zudem einen Teil der Server nach Irland verlegt. Gleichzeitig liegt laut Konzern ein wesentlicher Teil der Arbeit darin, neue Märkte zu erschließen bzw. zu verstärken. Wie es heißt, rechnet 888 durchaus damit, dass sich das „Machtvakuum“ verschieben wird und Großbritannien künftig nicht mehr als stärkster Markt bezeichnet werden kann. Ein Blick geht unter anderem nach Spanien, wo der Umsatz landesweit um acht Prozent erhöht werden konnte und nun immerhin 13 Prozent des gesamten Umsatzes ausmacht. Darüber hinaus wurden Lizenzen für den neu eröffneten schwedischen Markt und Portugal erhalten. In Italien sieht es wiederum nicht ganz so rosig aus: Hier drohen 888 aufgrund von gesetzlichen Vorgaben Umsatzeinbußen. Bislang allerdings war davon nichts zu spüren und so kletterte auch der Italien-Umsatz im vergangenen Jahr um ganze 27 Prozent nach oben.

Brexit für die Branche enorm schwierig

Es könnte also alles so schön sein für die Glücksspielunternehmen, wenn da nicht das ewige Damoklesschwert des Brexit über den Köpfen schweben würde. Die Uhr tickt, bislang allerdings tut sich die Politik mit dem Herausarbeiten von Lösungen noch enorm schwer. Erst gestern holte sich Theresa May in der Abstimmung über ihre Brexit-Pläne im Abgeordnetenhaus eine Niederlage ab. Für die Premierministerin war dies schon die zweite Schlappe in 2019, denn bereits im Januar war sie mit ihrem Vorstoß gescheitert. Jetzt bleiben May nur noch rund zwei Wochen, denn am 29. März soll der Brexit eigentlich über die Bühne gehen. Bislang allerdings gibt es keinerlei Ansätze, wie dieser Prozess ablaufen soll. Dementsprechend vage gestalten sich die Aussichten für die Glücksspielunternehmen in der Zukunft, denn die 888 Holding rechnet zum Beispiel damit, dass auch auf dem Glücksspielmarkt innerhalb Großbritanniens die Auswirkungen eines Brexit zu spüren sein könnten.

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