Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eröffnete Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee heute in Bremen die Europäische Konferenz. "Die künftige Meerespolitik der EU: Eine europäische Vision für Ozeane und Meere" und stellte ein Programm für mehr Umweltschutz und Sicherheit im Schiffsverkehr vor. "Die Schifffahrt entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor für Deutschland, aber auch die gesamte Europäische Union. 90 Prozent des EU-Außenhandels sowie über 40 Prozent des EU-Binnenhandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Wir müssen unseren Verkehr, ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft so umweltverträglich wie möglich machen. Das gilt auch für den Seeverkehr", so Tiefensee in Bremen.
"Die Klimaauswirkungen und die negativen Folgen des Ressourcenverbrauchs stellen die Schifffahrt vor neue Herausforderungen, die nur durch konzertierte Aktionen aller Beteiligten sowie innovative Techniken und Lösungen bewältig werden können."
Die Bundesregierung setzt auch in der Schifffahrt auf innovative Techniken zur Vermeidung von Emissionen. "Hierzu gehören insbesondere umweltfreundliche Schiffsmotoren, innovative Schiffstreibstoffe und Antriebe, der Einsatz von Diesel statt Schweröl. Es kann langfristig nur einen Weg geben: Weg vom Schweröl. Wir müssen das Schweröl durch modernen und umweltverträglichen Schiffsdiesel ersetzen. Schiffsdiesel belastet die Weltmeere weitaus weniger als Schweröl. Wir brauchen die Qualitätsstandards, die wir zu Land schon längst haben, auch für den Treibstoff auf See", sagte Tiefensee. Ein solcher Wechsel habe viele Vorteile. So ließen sich vor allem Schwefel- und Partikelemissionen sowie Stickoxide kurzfristig deutlich senken. "Das kommt nicht nur der Natur, sondern auch den Anwohnern rund um die Seehäfen zugute."
"Die Schifffahrt muss ihren Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten. Auch wenn sie nur etwa zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen ausmacht, unterstützt die Bundesregierung den Vorschlag der Kommission, die Schifffahrt in den Emissionshandel einzubeziehen. Wir setzen jedoch auf weltweit verbindliche, den Wettbewerb nicht verzerrende Regelungen. Nur weltweit einheitlich verbindliche Regelungen können zu der gewünschten Reduktion der CO2-Emissionen führen. Dafür werden wir uns auch in den internationalen Schifffahrtsgremien, der IMO, einsetzen."
Tiefensee fordert außerdem langfristig ein Verbot von Einhüllentankern. "Dies wird zu einem weiteren Sicherheitsgewinn für die Umwelt führen und helfen, Havarien mit schweren Ölschäden zu vermeiden", sagte Tiefensee.