Unter der Leitung von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble haben sich die Minister und Delegationen aus 26 EU-Mitgliedsstaaten und EU-Kommissar Ján Figel´ am Schlusstag des Informellen EU-Sportministertreffens in Stuttgart mit dem Thema „Sport und Integration“ sowie der Bekämpfung von Doping befasst. „Die Tagung ist in sehr konstruktiver Atmosphäre verlaufen und im Kreise der Sportminister haben wir in den verschiedenen Themenbereichen erhebliche Fortschritte erzielt “, resümierte Schäuble.
Das Thema Dopingbekämpfung wurde durch einen Vortrag von Armin Baumert, dem Vorstandsvorsitzenden der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschlands, eröffnet. Die anschließend von der deutschen Präsidentschaft vorgestellte Initiative, innerhalb der Europäischen Union die nationalen Anti-Doping-Organisationen (NADOs) besser miteinander zu vernetzen, fand die Unterstützung der Delegationen. Schäuble betonte: „Der Nutzen eines solchen Netzwerks liegt vor allem in einer verbesserten Information, Abstimmung und Koordinierung der NADOs in Bezug auf EU-Belange. So können auch EU-weite Aktionen im Kampf gegen Doping im Sport, wie Präventionsprojekte bei Europa- und Juniorenmeisterschaften, besser initiiert und koordiniert werden.“
Vor dem Hintergrund des Internationalen Übereinkommens der UNESCO gegen Doping im Sport, das am 1. Februar 2007 in Kraft trat, wurde ein Prüfauftrag an die Sportdirektoren der EU-Staaten formuliert. Diese sollen bis zum nächsten Informellen Treffen der EU-Sportminister unter portugiesischer Präsidentschaft am 25. Oktober 2007 eruieren, inwieweit in den einzelnen Ländern Regelungen zur Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln existieren.
Der am 7. März 2007 im Bundeskabinett verabschiedete Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport sieht vor, dass auch der Sportler beim Besitz einer nicht geringen Menge von Dopingsubstanzen strafrechtlich verfolgt werden kann.
Beim Thema „Sport und Integration“ wurden insbesondere die sozial-integrativen Potenziale von Sportvereinen und die Bildung von so genanntem Human- und Sozialkapital erörtert. Schäuble informierte die Konferenzteilnehmer über den aktuellen Stand der Arbeiten am Nationalen Integrationsplan und erklärte: „Der Sport ist ein hervorragendes Integrationsmittel. Künftig soll sein sozial-integratives Potenzial noch stärker genutzt werden.“ Der Nachhaltigkeit von Integrationsmaßnahmen käme ein hoher Stellenwert zu.
Bei den Delegationen bestand Einvernehmen darüber, dass in den Sportverbänden Qualifizierungsmaßnahmen der haupt- und ehrenamtlich Tätigen erfolgen müssen, damit der Vermittlung von so genannten Schlüsselkompetenzen an die Mitglieder stärker und besser Rechnung getragen wird. Zudem sei die Entwicklung eines Zertifizierungssystems zu prüfen, das in Vereinen erworbene sozial-integrative Kompetenzen sichtbar machen soll. Hierbei kann an Initiativen einzelner europäischer Mitgliedsstaaten angeknüpft werden. Zum Beispiel ließen sich „Ehrenamtspässe“ einführen, die speziell im Verein angeeignete Fähigkeiten belegen.
Beim zweitägigen Informellen Treffen der EU-Sportminister (12. und 13. März 2007 in Stuttgart) im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft befassten sich Minister und Delegationen aus 26 EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommissar Ján Figel’ mit den Themen „Sport und Ökonomie“, „Sport und Gewalt“, „Sport und Integration“, der Bekämpfung von Doping sowie dem EU-Weißbuch zum Sport.