Die Leitung der Delegation der Europäischen Union lag bei Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier. Der indonesischen Delegation saß Außenminister Dr. N. Hassan Wirajuda vor. Die nachfolgende portugiesische Präsidentschaft wurde durch den Staatssekretär im Ministerium für Europäische Angelegenheiten, Herrn Manuel Lobo Antunes, vertreten.
Am Anschluss an die Konsultationen im Auswärtigen Amt erklärte Bundesminister Steinmeier: „Indonesien ist ein bevorzugter Partner der Europäischen Union.“ Als drittgrößte Demokratie der Erde nehme Indonesien seit dem Ende der Diktatur einen geradezu vorbildlichen Verlauf und habe viele Reformprozesse erfolgreich eingeleitet. Die EU begrüße auch das aktive Bemühen Indonesiens um den innermuslimischen Dialog, wie es in der jüngsten Dialoginitiative des indonesischen Staatspräsidenten zwischen Sunniten und Schiiten in Jakarta zum Ausdruck gekommen sei. Steinmeier unterstrich: „Pluralismus, Gleichberechtigung der Religionen und Integration von Minderheiten könnten auch für andere Länder beispielhaft sein.“
Steinmeier betonte weiter, dass die EU und Indonesien in vielen Fragen eine gemeinsame Sicht auf die Welt aufwiesen. Auch aus diesem Grunde sei erörtert worden, den bilateralen Austausch weiter zu intensivieren. Die momentanen Verhandlungen über ein umfassendes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen beabsichtige man möglichst noch unter deutscher Präsidentschaft abzuschließen.
Die EU blicke mit großem Vertrauen auf das internationale Engagement Indonesiens, so der Bundesaußenminister, insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen, wo das Land derzeit Mitglied des Sicherheitsrates, des Menschenrechtsrates und der Kommission für Friedensschaffung (Peace Building Commission) ist. Steinmeier: „Wir freuen uns, dass Indonesien sozusagen auf die internationale Bühne zurückgekehrt ist.“
Gegenstand der Konsultationen waren zunächst aktuelle internationale Fragen, wie das iranische Atomdossier, die Situation im Nahen Osten und im Irak. Der indonesische Außenminister Dr. Wirajuda hob in diesem Zusammenhang hervor, dass sein Land insbesondere den zunehmenden Einfluss der EU im Nahen Osten und die Rolle der EU im Rahmen des Nahostquartetts sehr schätze. Daneben standen auch Energie- und Klimafragen im Mittelpunkt der Gespräche. Indonesien habe Interesse an verstärktem Dialog zu Fragen der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien.
Was das Potenzial der bilateralen Beziehungen angehe, so machte Dr. Wirajuda deutlich, dass sich Indonesien zur einer funktionierenden Demokratie entwickelt habe, die mit der EU gemeinsame Werte teile. Zur weiteren Intensivierung des Dialogs habe man neben dem jährlichen Troikatreffen auf Außenministerebene ein zweites jährliches Treffen auf Abteilungsleiterebene vereinbart, wie auch Staatssekretär Antunes hervorhob.
Zur Entwicklung in Region Aceh nach der Zerstörung durch die Tsunami-Katastrophe und der Überwindung des blutigen Regionalkonfliktes, an der die EU und die ASEAN-Staaten gemeinsam beteiligt waren, wies der Außenminister auf den friedlichen, fairen und demokratischen Verlauf der Lokalwahlen in Aceh hin, die zu „funktionierenden“ Strukturen geführt habe. Er sei „optimistisch“, dass die Bevölkerung der Region hiervon weiter profitiere.
Das Troika-Treffen fand im Vorfeld der 16. EU-ASEAN-Außenministerkonferenz statt, die vom 14.-15. März in Nürnberg fast 40 Ministerdelegationen aus den EU-Mitgliedsstaaten und den 10 Staaten der ASEAN-Gemeinschaft zusammenführt. Die EU und die ASEAN-Staaten begehen in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum ihrer Beziehungen.