Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul wird heute Abend das Informelle Treffen der EU-Entwicklungsministerinnen und –minister auf dem Petersberg bei Bonn eröffnen. Im Mittelpunkt der entwicklungspolitischen Themen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stehen die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit den AKP-Staaten (Afrika, Karibik und Pazifik), der Zugang zu Energie für Afrika und die Förderung erneuerbarer Energien, eine bessere Arbeitsteilung innerhalb der Europäischen Union sowie der Friedensprozess im Kongo und in der Region der Großen Seen. An der Konferenz werden u.a. auch Weltbankpräsident Paul Wolfowitz, der Unternehmer Dr. Michael Otto und rund 30 Ministerinnen und Minister aus den so genannten AKP-Staaten teilnehmen.
Vor der Eröffnung des Informellen Entwicklungsministertreffens besuchte die Ministerin heute Morgen in Bonn eine Konferenz deutscher und europäischer Nichtregierungsorganisationen. Sie folgte damit einer Einladung der entwicklungspolitischen Dachverbände VENRO (Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.) und CONCORD (Confédération Européenne des ONG D`Urgence et de Développement). Im Anschluss erklärte die Ministerin: „Entwicklungspolitik ist ohne das Engagement der Zivilgesellschaft nicht denkbar. Ich bin deshalb der Einladung der entwicklungspolitischen Verbände VENRO und CONCORD gerne gefolgt. Die europäische Entwicklungspolitik kann durch den kritischen Dialog mit Nichtregierungsorganisationen nur gewinnen.“
Im Rahmen dieser Veranstaltung unterstrich die Ministerin, dass die geplanten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit den Ländern in Afrika, der Karibik und dem Pazifik (AKP) die Chance bieten, Handels- und Entwicklungsfragen positiv miteinander zu verknüpfen. „Der Zeitplan für den Abschluss der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen bis zum Jahresende ist eng, aber wir sollten ihn nutzen.“ Die Ministerin stimmte den Nichtregierungsorganisationen zu, dass es zwischen Handelsliberalisierungen und Entwicklungsfortschritten keinen Automatismus gäbe. Deshalb käme es jetzt darauf an, die geplanten Handelsabkommen in längerfristige Entwicklungsstrategien einzubinden und sie entwicklungsfreundlich auszugestalten. „Diese Chance dürfen wir – gerade auch im Interesse der Entwicklungsländer – nicht verspielen.“
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