Am Donnerstag (31.05.) traf die Außenminister-Troika der Europäischen Union in Berlin mit der Delegation Indiens zu Konsultationen zusammen. Indien hatte zu Beginn der Woche bereits am 8. ASEM-Außenministertreffen in Hamburg teilgenommen.
Die Leitung der indischen Delegation lag bei Außenminister Pranab Mukherjee, die der europäischen Delegation bei Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier. Daneben waren Vertreter der Europäischen Kommission und des Ratssekretariates der Europäischen Union in der Troika vertreten. Für die kommende portugiesische Ratspräsidentschaft nahm Außenminister Dr. Luís Amado an den Gesprächen teil.
Bei den Gesprächen im Auswärtigen Amt wurden neben den bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Indien regionale, aktuelle internationale und globale Fragen behandelt. Indien und die EU verbindet seit dem Jahr 2004 eine strategische Partnerschaft. Im Jahr 2005 wurde auf dieser Grundlage ein Gemeinsamer Aktionsplan vereinbart und die Zusammenarbeit zwischen Indien und der EU umfassend ausgebaut. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den Zukunftsfeldern Forschung und Technologie. Noch unter deutscher Ratspräsidentschaft werden zudem Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen begonnen werden.
Ein Hauptthema der Unterredungen in Berlin waren Klima- und Umweltfragen. Ein weiteres Schlüsselthema war die Energiesicherheit. Bundesaußenminister Steinmeier sagte im Anschluss an das Treffen vor Pressevertretern, die Haltung Europas zur technologischen Partnerschaft mit dem Subkontinent sei entscheidend für die Haltung Indiens bei den anstehenden VN-Klimaverhandlungen auf der indonesischen Insel Bali. Die dortigen Verhandlungen sollen ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll vorbereiten, das im Jahr 2012 ausläuft. Die ASEM-Staaten hatten zu Wochenbeginn in Hamburg einhellig ein solches globales und umfassendes Folgeabkommen gefordert. Steinmeier unterstrich nochmals, dass die Verhandlungen nach Ansicht der ASEM-Partner nach Möglichkeit bis zum Jahr 2009 abgeschlossen sein sollten, um ein lückenloses Nachfolgeregime zu ermöglichen.
Internationale Themen waren Afghanistan, Iran und der Nahostfriedensprozess. Steinmeier machte deutlich, dass die gemeinsame Verantwortung für internationale und globale Fragen "auch in Indien gespürt" werde. Dies machte auch Außenminister Mukherjee deutlich: "Together we can make a difference". Man blicke in diesem Sinne mit Vorfreude und großer Erwartung auf den nächsten EU-Indien-Gipfel unter portugiesischer EU-Ratspräsidentschaft.