Nach Abschluss der Konferenz erklärten die Organisatoren: "Jetzt haben die Bürger gesprochen: In der "Deutschen Bürgererklärung zur Zukunft Europas" steht, was 200 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger von Europa erwarten. Das Votum der Werkzeugmacher, der Grafikerin, der OP-Schwester, des Informatikers, des Lageristen, des Professors und der Auszubildenden ist eindeutig: Sie wollen an europäischen Entscheidungsprozessen stärker beteiligt werden und fordern die Institutionalisierung der Europäischen Bürgerkonferenzen. Sie erwarten eine umwelt-und energiepolitische Vorreiterrolle von Europa und mehr Engagement für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Die Bürger möchten in einem Europa leben, das eine gemeinsame Immigrations- und Integrationspolitik ausübt und mit einer gemeinsamen Sprache spricht. Erwartet wird auch, dass eine europäische Familien-und Sozialpolitik auf die Agenda kommt.
Heute ging die Europäische Bürgerkonferenz in Deutschland erfolgreich zu Ende. Zufällig ausgewählte Bürger aus ganz Deutschland haben zwei Tage lang im Auswärtigen Amt in Berlin ihre Erwartungen und Forderungen zur Zukunft Europas diskutiert. Günter Gloser, Staatsminister für Europa aus dem Auswärtigen Amt begrüßte mit den Worten: "50 Jahre ist eine Erfolgsgeschichte der EU, es ist aber notwendig, dass die Bürger neue Ziele formulieren." Zeitgleich fanden auch Bürgerkonferenzen in Lettland, in der Slowakei, in Ungarn und Belgien statt. Bis Ende März werden in allen EU-Staaten 27 Bürgerkonferenzen stattgefunden haben. Mehr dazu: www.europaeische-buergerkonferenzen.de.
Die Bürger übergaben die "Deutsche Bürgererklärung" heute zum Abschluss der Konferenz an Politiker: Stefan Forester, stellvertretender Leiter der Deutschen Vertretung der Europäischen Kommission, an Dr. Klaus Löffler, Leiter des Informationsamtes des Europäischen Parlamentes sowie Ulrich Klöckner, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Auswärtiges Amt. Sie versprachen alle, die Ergebnisse ernst zu nehmen.
So geht es weiter: Alle Ergebnisse, ebenso die 27 Nationalen Bürgererklärungen werden zu einem Abschlussdokument verdichtet: Anfang Mai 2007 wird diese "Europäische Bürgererklärung zur Zukunft Europas" im Europäischen Parlament den Spitzen der EU-Institutionen überreicht. Diese Stimmen der Bürger Europas sollen den EU-Ratsgipfel im Juni inspirieren. Und in Deutschland geht der Prozess noch weiter: Die "Deutsche Bürgererklärung" wird auf 15 "Regionalen Bürgerforen" weiter diskutiert und vertieft, die am 24. März mit der Stadt Oberursel an den Start gehen. Finanziert werden sie vom Auswärtigen Amt.
Hinter den Europäischen Bürgerkonferenzen steht ein unabhängiges europaweites Stiftungskonsortium unter der Leitung der belgischen König-Baudouin-Stiftung. Sie werden von der Europäischen Kommission mit dem größten Etat der Kommunikationsstrategie „Plan D“ gefördert. Die Europäische Bürgerkonferenz in Deutschland wird von der Robert Bosch Stiftung getragen und von der Kommunikationsberatung IFOK geplant und umgesetzt."