“Ich habe Präsident Hamid Karsai nicht nur als deutsche Entwicklungsministerin, sondern auch als Vertreterin der EU-Ratspräsidentschaft versprochen, dass wir seinem Land und den Menschen dort weiter zur Seite stehen werden”, erklärte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul nach dem Treffen auf dem Afghanischen Entwicklungsforum in der afghanischen Hauptstadt. Während dieser zweitägigen Konferenz beraten Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Gebergemeinschaft gemeinsam mit der afghanischen Regierung, wie die Unterstützung für das Land fortgesetzt und verbessert werden kann.
“Präsident Karsai und ich haben uns über die zu bestehenden Herausforderungen ausgetauscht und der Präsident hat sich für das Engagement Deutschlands und der internationalen Gebergemeinschaft ausdrücklich bedankt. Wir waren uns einig darüber, dass wir uns von den gewachsenen Schwierigkeiten nicht entmutigen lassen. Die Menschen hier im Land haben bereits große Erfolge beim Wiederaufbau erzielt. Die Wirtschaft wächst um 14 Prozent, das Pro-Kopf-Einkommen hat sich in den letzten 5 Jahren verdoppelt, über 7 Millionen Kinder gehen wieder zur Schule, über 90 Prozent der Bevölkerung können eine medizinische Grundversorgung erhalten. Aber wir dürfen in unserem Engagement nicht nachlassen. Ich begrüße sehr, dass Präsident Karsai den Kampf gegen Korruption und die Drogenproduktion in seinem Land verstärken will. Dabei wird es darauf ankommen, dass die Menschen auf dem Land echte Einkommensalternativen erhalten. Unsere Entwicklungszusammenarbeit leistet dazu einen bedeutenden Teil. Außerdem ist es wichtig, dass die Drogenproduzenten mit allem Nachdruck von der Justiz verfolgt werden – vor allem die großen und nicht nur die kleinen“, erklärte Wieczorek-Zeul.
Die Bundesentwicklungsministerin besucht als Vertreterin der deutschen EU-Ratspräsidentschaft Afghanistan. Es ist der vierte Besuch der Ministerin seit dem Fall der Taliban vor 5 Jahren. Neben der Teilnahme am Afghanischen Entwicklungsforum in Kabul reist die Ministerin in den Norden des Landes, um sich dort über den Wiederaufbau zu informieren.
„Dieses Land braucht weiterhin unsere Unterstützung. Für unsere bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan haben wir in diesem Jahr die Mittel von 80 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro erhöht. Damit wollen wir vor allem den Bildungsbereich weiter stärken: Wir unterstützen den neuen nationalen Bildungsplan der afghanischen Regierung. Mit diesem landesweiten Programm sollen vor allem Mädchenschulen gestärkt sowie Schulen im Süden des Landes neu gebaut werden. Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für die friedliche Entwicklung Afghanistans und für die Demokratisierung des Landes. Und dabei – das ist ganz besonders wichtig – müssen die Mädchen und Frauen im Land mit einbezogen werden. Dafür werde ich mich weiterhin ganz persönlich mit allem Nachdruck einsetzen“, sagte Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul.