Die Nachricht von der Verhaftung und brutalen Misshandlung des Oppositionsabgeordneten Nelson Chamisa (MDC) am 18. März hat bei der Präsidentschaft der Europäischen Union große Empörung und tiefe Besorgnis ausgelöst. Chamisa befand sich auf dem Weg nach Brüssel, um dort an einer Sitzung von Parlamentariern der AKP-Staaten und der EU teilzunehmen. Er befindet sich in einem kritischen Gesundheitszustand unter polizeilicher Abschirmung in einem Krankenhaus in Harare.
Am gestrigen Samstag wurden die bereits letzte Woche vorübergehend verhafteten und durch die Polizei misshandelten Vorstandsmitglieder der MDC, Sekai Holland und Grace Kwinjeh, erneut ohne Anklage verhaftet und an ihrer Ausreise zur medizinischen Behandlung nach Südafrika gehindert. Der Oppositionsabgeordnete Artur Mutambara wurde ebenfalls erneut verhaftet.
Die Präsidentschaft begrüßt die Erklärungen des Präsidenten der Afrikanischen Union, Kufuor, und des Bischofs Tutu, die gegen diese Entwicklungen bereits protestiert haben.
Die Präsidentschaft verurteilt dieses Vorgehen der Sicherheitskräfte auf das Schärfste und appelliert an die Regierung von Simbabwe, alle inhaftierten Oppositionspolitiker sofort freizulassen, ihnen rechtlichen und medizinischen Beistand zu ermöglichen und Vertretern der EU-Präsidentschaft Zugang zu den Inhaftierten zu gewähren. Sie fordert die Regierung auf, die Regeln der Rechtsstaatlichkeit zu respektieren, die Menschenrechte zu achten und alles zu unterlassen, was zu einer weiteren Eskalation der Lage in Simbabwe führen kann.