
Unmöglich, Cranach zu vergessen. Ihm verdankt die Nachwelt ihr Lutherbild. Als Junker Jörg übersetzte er auf der Wartburg das neue Testament. Sein Porträt hängt in Weimar, schön zum Verlieben, wäre da nicht Katharina von Bora, die mit strengem Blicke alles in die Flucht schlägt, was ihrem Gemahle zu nahe kommt. Wesentlich sanfter, die Familie Bach. Ein kleines Dorf namens Wechmar, bei Gotha gelegen, rühmt sich als Wiege des Geschlechts, richtete ein Museum ein und feiert Feste, eines prächtiger als das andere. Noch gibt es einige Zweifler an diesem Ursprung, aber die versinken im Orgelklang.
Bach bekam seine erste Kantorenstelle in Arnstadt. Nicht weit, in Dornheims wunderbarer Dorfkirche, wurde er getraut. In diesen Tagen ist es ein bisschen schwieriger mit der ersten Stelle in Thüringen und mit dem Heiraten auch. Viele junge, begabte Menschen gehen weg, dahin, wo es Arbeit gibt. Aber Hoffnung ist.
Die Thüringer Universitäten, die Erfurter wurde nach der Wende neu gegründet, haben allesamt einen guten Ruf, sie ziehen Jugend ins Land. Und manche sind so gut, dass große Konzerne ganze Jahrgänge aus den Hörsälen abwerben. An der Technischen Universität in Ilmenau kennt man das. Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, vielleicht nicht unbedingt sexy, die Fachrichtungen, und nicht jeder Student in Ilmenau wird das wichtigste Aushängeschild der Stadt kennen.
Aber was macht das schon, Goethe wird es verwinden, gut gefüllte Börsen wusste er zeitlebens zu schätzen. Und so ist über allen Gipfeln Ruh, ob es die Studenten nun wissen oder nicht. Vielleicht erfahren sie es ja später einmal in den USA, in Japan, in Russland oder in Frankfurt. wo Manager so gerne den Geheimen Rat zitieren, auch Wanderers Nachtlied: Warte nur, balde / Ruhest auch du.