
Die Landeshauptstadt Dresden: Von dort aus ging im Februar 1990, fünfundvierzig Jahre nach der Zerstörung der Stadt, ein „Ruf aus Dresden“ um die Welt, der eine beispiellose Welle der Anteilnahme und Spendenbereitschaft auslöste und dem Wiederaufbau der Frauenkirche galt. Am 30. Oktober 2005 nun wird die Dresdner Frauenkirche, die bedeutendste protestantische Kirche des Barock, wieder geweiht werden, als Ort der Begegnung, Erinnerung und Versöhnung und nicht zuletzt als architektonische Meisterleistung.
Aber nicht nur der sächsische Barock der einstigen Residenzstadt ist eine Reise wert, auch Meißen mit seiner Porzellanmanufaktur, Bautzen oder Görlitz, ein Kandidat für die Europäische Kulturhauptstadt 2010. Erwähnung finden müssen das Oberlausitzer Bergland, das Sächsische Burgenland und die bizarren Felsformationen des Elbsandsteingebirges.
Dieses Naturparadies von wild-romantischer Schönheit kann man wandernd oder kletternd erschließen oder von der Elbe aus bestaunen, von einem Dampfer der Sächsischen Elbschifffahrt, die, man ahnt es schon, die älteste Raddampferflotte der Welt besitzt.
Das Elbtal bei Dresden, wo eine solche Fahrt beginnt, wurde wie der Pückler-Park an der sächsisch-polnischen Grenze in Bad Muskau erst kürzlich von der Unesco auf ihre Weltkulturerbeliste gesetzt. Die Stadtarchitektur, die Museen und die weitgehend natürliche Elbe-Flusslandschaft mit ihren Schlössern, Villen und alten Dorfkernen bilden ein einzigartiges Ensemble.
Und nicht zuletzt gilt das klimatisch begünstigte Elbtal als eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Europas. Wer den Wein aus der Region Saale-Unstrut lobt, kann neuerdings nicht umhin, das Missverständnis um ein anderes Getränk der Region zu korrigieren: Sachsens bekanntestes Bier, das Radeberger, wird entgegen den Suggestionen der Werbung nicht in der Sächsischen Staatsoper, sondern in der gleichnamigen Kleinstadt gebraut – ein bisschen flunkern können sie eben auch, die Sachsen.