Niedersachsen liegt im Nordwesten Deutschlands, reicht von der Nordseeküste bis zum Harz. Mit 47618 Quadratkilometern ist es das zweitgrößte Bundesland, 7,9 Millionen Menschen leben hier. Größte Stadt ist die Landeshauptstadt Hannover (517000 Einwohner). Die Landesregierung bildet eine CDU/FDP-Koalition unter Ministerpräsident Christian Wulff.
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Niedersachsen wurde am 1. November 1946 gegründet. Der Name erinnert an den Stamm der Sachsen, dessen Siedlungsgebiet sich bis nach Westfalen erstreckte. Im Hochmittelalter prägte Welfenherzog Heinrich der Löwe die Geschicke der Region. Von 1714 bis 1837 befand sich Hannover in Personalunion mit England. Das heißt, die hannoverschen Könige waren gleichzeitig die Könige von England. Geschichte schrieb auch die Meuterei der Wilhelmshavener Matrosen, die den Ersten Weltkrieg auf eigene Faust beendeten – das Ereignis markiert den Beginn der Novemberrevolution, die Deutschland 1918 zur Republik machte.
Niedersachsens Wirtschaft wird von der Automobilindustrie dominiert, aber auch die Landwirtschaft besitzt mit knapp 57600 Betrieben, die zwei Drittel der Landesfläche nutzen, Stellenwert. Tradition hat der Schiffbau: In der Meyer-Werft in Papenburg (ganz unten) entstehen Luxusliner und Ozeanriesen. Hannover ist dank der Hannover Messe und der Computermesse CeBIT (oben) einer der wichtigsten Messeplätze der Welt. Unten: Die Keksfabrik Bahlsen in Hannover. www.ipa-niedersachsen.de
In Niedersachsen ist jeder vierte Industriearbeiter im Automobilbau beschäftigt. Volkswagen in Wolfsburg – eine Stadt, die 1938 auf der grünen Wiese für das Automobilwerk gegründet wurde – ist der größte Autohersteller Europas. Auch zahlreiche Zulieferunternehmen wie Continental oder Varta haben hier ihren Sitz. Der Automobilbau trägt maßgeblich zur überdurchschnittlich hohen Exportquote der niedersächsischen Industrie bei, die rund 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftet.
Niedersachsen bietet die größte Vielfalt an Renaissancebauten nördlich der Alpen. Die meisten der Prachtbauten und Schlösser können besichtigt werden, zum Beispiel entlang der 400 Kilometer langen Straße der Weserrenaissance. Herausragende Werke der modernen Kunst zeigt die Kunsthalle in Emden (unten); in der Landeshauptstadt stehen auch die berühmten „Nana“-Skulpturen (ganz unten). Das Kunstmuseum Wolfsburg (oben) ist für seine originellen Ausstellungen bekannt.
Niedersachsen ist ein renommierter Standort für Forschung und Wissenschaft: Elf Hochschulen – darunter die international bekannten Universitäten in Göttingen und Braunschweig, zwei künstlerische und 13 Fachhochschulen sowie 120 Forschungseinrichtungen sprechen für sich. Der wirtschaftliche Ausbau der Biotechnologiebranche wird im Städtedreieck Braunschweig/Göttingen/Hannover vorangetrieben, wo sich Unternehmer und Wissenschaftler zum Netzwerk BioRegioN zusammengetan haben.
Zwischen Jadebucht und niederländischer Grenze liegt Ostfriesland. Hier ist das Land so flach, dass man morgens schon sehen kann, wer nachmittags zum Tee kommt. Ostfriesenwitze und Tee, dafür sind die Ostfriesen bekannt. Ostfriesentee ist aber nur echt, wenn er mit Kluntjes (Kandiszucker) und Sahne zubereitet wird. Aber bitte nicht rühren und mindestens drei Tassen trinken! Zur ostfriesischen Teezeremonie gehört auch ein gepflegter „Klönschnack“. Da darf auch mal ein Ostfriesenwitz dabei sein.