
Die wichtigen Städte liegen, mit Ausnahme von Schwerin, Güstrow und Neubrandenburg, an der Ostsee. Alte Hansestädte, bei denen der rote Backstein prägend für die Architektur war. Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald. Sie sind alle klein, nur Rostock hat fast 200 000 Einwohner. Die Landeshauptstadt Schwerin, 40 Kilometer vom Meer entfernt und etwa genauso weit vom schleswig-holsteinischen Lübeck, wirkt wie eine Miniaturausgabe des ganzen Landes.
98.000 Einwohner zählte man dort 2003. Das Schloss, mitten in der Stadt auf einer winzigen Insel gelegen, ist architektonisch nicht besonders bedeutend. Aber der ehemalige Hauptsitz der mecklenburgischen Herzöge sieht mit seinen 365 Spitzen und Türmen so aus, wie sich Kinder ein Schloss vorstellen. Groß und prächtig und ein wenig verwunschen.
Doch die Landschaft ist die eigentliche Schönheit im Lande, auch wenn es sich lohnt, den Naturtrip zu unterbrechen, um in Schwerin auf den Dom zu steigen, in Rostock-Warnemünde den großen Schiffen beim Auslaufen zuzusehen oder in Stralsund durch die mittelalterliche Altstadt zu laufen, die immer noch von einer Stadtmauer begrenzt wird. Einer der großen Söhne des Landes, der Maler Caspar David Friedrich (1774–1840), hat diese Landschaft immer wieder porträtiert und so wohl weltberühmt gemacht: die „Kreidefelsen auf Rügen“, das „Eismeer“, „Zwei Fischer am Ostseestrand“.